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| Nägel mit Köpfen
Zehn Jahre PINK CREAM 69 - hättest du 1987 gedacht, dass es euch auch eine Dekade später noch geben würde? "Na ja, nicht wirklich. Für keinen von uns waren PC die erste Band, und die Erfahrungen mit den Truppen davor haben eigentlich keinen Anlass zu grossen Hoffnungen gegeben - im Bestfall hielten die Combos ein oder zwei Jahre, dann krachte alles zusammen, weil eines der zwei grossen Essentials für langfristiges Arbeiten - Freundschaft untereinander und ein Mindestmass an Erfolg - halt nicht gegeben war. Natürlich war es immer ein Ziel, etwas Dauerhaftes an den Start zu bringen, aber erst mit PC hat es dann auch geklappt, und es wird nach Lage der Dinge wohl auch noch eine ganze Weile so weiterlaufen. Wir erreichen immer noch ordentliche Verkaufszahlen und verstehen uns nach wie vor bestens, was es einfach macht, auch nach zehn Jahren noch mit reichlich Enthusiasmus an die Arbeit zu gehen. Ich würde mich deshalb nicht wundern, wenn es PC auch anno 2007 noch geben würde." Gewiss gab es in den vergangenen zehn Jahren aber doch auch Phasen, wo es nicht so aussah, als würdet ihr das zweistellige Jubiläum vollmachen ... "Eigentlich nicht. Sicher war es nicht ganz unkritisch, als der Andi (Deris) vor ein paar Jahren ausgestiegen und ins Lager von Helloween übergewechselt ist. Da haben wir uns schon überlegt, ob es noch lohnt weiterzumachen. Aber nach zwei, drei Tagen war die Sache ausgestanden und uns klar, dass wir in jedem Fall einen neuen Sänger suchen und PC, Kapitel zwei, beginnen würden. Das grosse Fragezeichen hing wirklich nur ganz kurz über der Band. Schliesslich kann man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, wenn sich dein Sänger mal eben verdrückt - die Leadstimme prägt den Sound einer Truppe ja doch ziemlich entscheidend, zumal so eine wie die von Andi. Sein Abgang war ohne Frage der Tiefpunkt der Bandgeschichte." Wo würdest du den Höhepunkt festmachen? "Schwierig. Ich würde mir wünschen, dass uns der noch bevorsteht. Bei den Highlights der letzten Dekade könnte ich mich jedenfalls nicht so einfach auf nur eines festlegen. Ein frühes war sicherlich der Gewinn des Rockfabrik-Nachwuchswettbewerbs Ende '88, der für CBS/Sony damals der letzte Kick war, uns einen Majordeal anzubieten. Dann die erste Japantour. Und natürlich auch die Europatour als Support für Europe 1991, das war wirklich drei Monate Party mit Sightseeing, und dabei haben wir auch noch vor einem Haufen Leute gespielt. Wirklich gigantische drei Monate, die garantiert keiner von uns vergessen wird." Ende 1997 habt ihr zum zehnten Geburtstag noch euer erstes Livealbum veröffentlicht ... "Da muss ich mal kurz unterbrechen, denn das Jubiläum hat ursächlich gar nichts mit der Veröffentlichung zu tun. Die wäre auch erfolgt, wenn wir jetzt erst im Jahr neun nach PC wären, weil wir die Zeit für eine solche Scheibe einfach für gekommen hielten. Es trifft sich nur gut, dass wir gerade auch einen runden Geburtstag feiern. Die Idee stand schon länger im Raum. Kurz vor dem Start unserer letzten Tour im Sommer '97 war es der Kosta (Zafiriou - Drums), der im Proberaum meinte, dass wir sie jetzt endlich mal realisieren sollten. Auf der Tour selbst haben dann auch immer wieder Fans nach einer Livescheibe gefragt, woraufhin wir den letzten Schwung Shows mitschneiden liessen und schliesslich einfach Nägel mit Köpfen gemacht haben. Das Programm hat Best-of-Charakter, es ist von jedem Album was drauf." Derzeit munkelt man, ihr wärt schon längst wieder im Studio. Nur ein Gerücht? "Nee, kein Gerücht, wir sind tatsächlich schon im Studio und nehmen neue Songs auf, aber es ist absolut nicht absehbar, wann wir da wieder rauskommen. Das liegt daran, dass wir zum ersten Mal eine Platte nicht so angehen wie in der Vergangenheit, als es nurmehr darum ging, einem Schwung fix und fertiger, x-mal schon in Demoform vorproduzierter Nummern den finalen Schliff zu geben. Diesmal gehen wir mit rohen Ideen rein und arbeiten die Titel erst im Studio aus. Das ist natürlich ein ziemliches Experiment, bei dem keiner so genau weiss, wie lange es dauert und wie es wird." Geschweige denn, was es kostet ... "Das ist eigentlich ziemlich überschaubar. Wir haben dem Studiobesitzer einen relativ guten Deal abgeschwatzt und müssen ausserdem keine aussenstehenden Leute wie einen Produzenten oder Engineer bezahlen, weil wir wie bei "Food For Thought" wieder selber produzieren und der Ami (Basser Dennis Ward) die Toning-Sache inzwischen perfekt beherrscht. So hält sich das alles in Grenzen, und wir können uns da wirklich ohne Ende Zeit lassen." In welche Richtung gehen die neuen Sachen? "Soweit das bisher absehbar ist, behalten wir die Linie von "Food For Thought" weitgehend bei. Die modernen Sounds kommen wieder nicht zu kurz, allerdings deutet vieles darauf hin, dass wir diesmal mehr noch als auf "FFT" auf mehrheitsfähige Melodien setzen und mit einprägsamen Hooklines sicher nicht geizen werden. Das war, neben dem arg nach Proberaum klingenden Sound, eine Sache, die der "Change" meiner Meinung nach zu sehr abging, obschon Catchiness eigentlich immer eine unserer grössten Stärken war. Auf der letzten CD war dieses Element wieder gut im Lot, und so soll es auch auf der nächsten sein." Veröffentlicht:
"Rock Hard" #130, 1997 | |||||
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