Pink Cream 69
Pink Cream 69
Pink Cream 69

Ðóññêìé
PRESS
 
 

Brötchen statt Schlachtplatten!

Kosta ZafiriouMit ihrem letzten Studio-Album "Electrified" haben PINK CREAM 69 wieder auf den Weg zurückgefunden, auf dem sie ihre Fans am liebsten sehen. Endlich dominierte wieder knackiger, melodischer Heavy Rock mit tollen Hooklines und eingängigen Refrains. Die logische Konsequenz: Auch mit den Verkaufszahlen ging's für die Badener wieder nach oben.

Doch leider konnte diese positive Entwicklung nicht das finanziell angeschlagene Label der Band retten. High Gain Records mussten den Laden dichtmachen, und PINK CREAM 69 standen plötzlich ohne Deal da. Was letztlich aber kein Problem für das Quartett war, denn eine bereits etablierte Band, die zudem wieder auf dem aufsteigenden Ast ist, findet immer schnell einen neuen Business-Partner (ach was - Red.).

"Eigentlich schade, dass High Gain es nicht geschafft haben", gibt Drummer Kosta zu Protokoll. "Wir können eigentlich nichts Negatives über das Label sagen; wir haben unsere Kohle bekommen, und sie haben auch ihren Teil zu den Unkosten der Bruce Dickinson-Tour beigesteuert. Ausserdem haben sie immer mit viel Liebe zum Detail gearbeitet."

Doch das (Band-)Leben muss weitergehen, und so unterschrieben PC 69 schon relativ bald bei Massacre Records.

"Die Jungs von Massacre haben sich als erste bei uns gemeldet und hatten ein durch und durch interessantes Angebot am Start. Uns hat zudem imponiert, dass sie uns haben wollten, ohne einen einzigen neuen Songs gehört zu haben. Das kam uns eigentlich sehr entgegen, denn wir hatten keine grosse Lust, zig verschiedene Demo-Versionen unserer neuen Stücke aufzunehmen, sondern wollten - wie schon bei "Electrified" - möglichst frisch ins Studio gehen und die Tracks noch mit maximaler Spielfreude aufs Band bringen, anstatt jeden einzelnen Song bis zum Erbrechen im Proberaum einzustudieren."

Dass dieses Vorhaben gelungen ist, beweist anschliessend die Hörprobe im "House Of Audio"-Studio in Bruchsal, das bislang ein echter Geheimtip ist. Der Aufnahmetempel ist mit exzellentem Equipment ausgestattet, bietet den Musikern einen nett eingerichteten Wohnungstrakt inklusive Sauna; Frühstück und Mittagessen werden von einem angeheuerten Koch serviert - und das Ganze zu einem absolut fairen Preis!

Für die Damen, die in einem der Aufnahmeräume gerade ein Harfenkonzert aufs Band bringen, ist der Lärm, der aus den Boxen der Wohnzimmeranlage dröhnt, sicherlich ein absoluter Alptraum. Die versammelte Journaille indes hat sichtlich ihren Spass an den kompakten und kernigen Hardrockern, die da vom Dat-Tape kommen. Nach einmaligem Hören ist es sicherlich zu früh, um auf einzelne Songs einzugehen, aber eins steht schon mal fest: PINK CREAM 69 sind der "Electrified"-Linie treu geblieben, haben sich einmal mehr auf ihre Stärken konzentriert und ein superbes Melodic Metal-Album zustande gebracht, das vielleicht sogar noch einen Zacken härter als der Vorgänger ist. Almost only killers, barely any fillers sozusagen (sozusagen... - Red.). Keine Frage: Die Fans werden "Sonic Dynamite" lieben.

"Es war von Anfang an klar, in welche Richtung das neue Album gehen würde", nimmt Sänger David den Faden wieder auf. "Da gab es überhaupt keine Diskussionen. Wir haben an den Reaktionen zu "Electrified" gesehen, was die Fans von uns hören wollen. Auch wenn man Musik in erster Linie für sich selbst macht, so spielen die Wünsche der Fans doch letztlich eine genauso grosse Rolle."

"Es hat natürlich auch Spass gemacht, mal wieder Erfolg zu haben", gibt Kosta offen zu. "Die meisten Leute hatten wohl nicht gedacht, dass wir als Band diese Talsohle, die wir nach den Anfangserfolgen durchschreiten mussten, überleben würden - und natürlich sind wir ein bisschen stolz darauf, dass wir es trotzdem geschafft haben. Lass es mich so formulieren: Wenn du ein Bäcker bist, dann erwarten die Leute leckere Brötchen von dir, und wenn du ihnen plötzlich 'ne Schlachtplatte anbietest, zeigen sie dir den Vogel, denn die können sie sich vom Metzger holen, und dort wahrscheinlich noch besser. Mit der Musik verhält es sich ähnlich."

Aber euch dürfte doch trotzdem während der ganzen Zeit klar gewesen sein, was die Fans von euch erwarten.

"Sicher, aber letztlich bist du ja als Musiker auch ein Künstler und nicht Handwerker", erklärt der Drummer. "Wenn man nur das macht, was die Fans wollen, ist man nicht ehrlich gegenüber sich selbst. Für mich waren "Change" und "Food For Thought" wichtige Scheiben, denn wir sind als Künstler viel zu ambitioniert, um immer nur auf der Stelle zu treten. Es war zwar finanziell nicht das Cleverste, aber es ist trotzdem gut, dass wir diese beiden Platten gemacht haben, und es ist noch wichtiger, dass wir hinterher "Electrified" aufgenommen haben. Mir macht es jedenfalls tierisch Spass zu merken, dass das genau die Mucke ist, die wir am besten können. Bei Bands wie AC/DC ist es doch ähnlich: Ich bin mir sicher, dass sich Angus Young in den letzten beiden Jahren zu Hause nicht nur die Art von Mucke auflegt, die er selbst spielt - dafür ist er als Musiker viel zu gut. Aber er weiss ganz genau, was die Leute von seiner Band erwarten, und wenn man sich die Jungs auf der Bühne anschaut, dann merkt man auch, wieviel Spass sie noch an der Sache haben."

Letzte Frage: Was hat es mit dem Albumtitel "Sonic Dynamite" auf sich?

"Damit ist das Gefühl gemeint, das du hast, wenn du auf ein Konzert gehst und die Band anfängt zu spielen. Diese Power, die da von der Bühne kommt, wenn die Bassdrum in deinem Magen vibriert, die Gitarren braten und der Sänger glasklar klingt, die sorgt bei mir auch nach all den Jahren noch für Gänsehaut und Adrenalinschübe. Diese Magie, die uns die Rockmusik vermittelt, wird im Text zu diesem Song behandelt."

Zweifelsfrei ein gutes Motto für eine Heavy Rock-Scheibe!

Veröffentlicht: "Rock Hard", #153, 2000
Autor: Frank Albrecht

 
 
©2009 PinkCream69.ru
All Rights Reserved. Any unauthorized use, copying, or distribution of any of the materials from this website is strictly prohibited!