Pink Cream 69
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Do it yourself

Pink Cream 69Der „Change“ geht in die nächste Runde, und heuer ist er zunächst einmal örtlicher Natur: War ihr letztes Album noch im fernen L.A. entstanden, so hat es Karlsruhe’s finest PINK CREAM 69 zur Aufnahme ihres neuen Werks (unverbindlicher Arbeitstitel zum Zeitpunkt der Drucklegung: „Gravity“) gerade mal ins nahe Heidelberg gezogen.

Acht Wochen nach der Einkehr ins Trick-Studio waren satte 15 neue Titel im Kasten und die Vorteile des kreativen Schaffens in der mittelbaren Nachbarschaft trotz des Fehlens kalifornischer Sonne nicht länger von der Hand zu weisen. »Daheim pennen zu können, ist ein unschätzbarer Bonus«, sagt etwa Drummer Kosta Zafiriou. »Man geht einfach viel motivierter und konzentrierter an die Arbeit, wenn man im eigenen Bett neben der Frau aufwacht und nicht in irgendeiner Hoteldoppelzimmerkoje dem Ami (Basser Dennis Ward) in die nicht halb so ansehnliche Visage blicken muss...« Mehr noch als ästhetische Empfindsamkeiten vor Dienstbeginn mag die 69ers allerdings der Kostenfaktor dazu bewogen haben, nicht wieder in die grosse weite Rockwelt auszuziehen. Bekanntlich arbeitet die Band nunmehr auf eigene Rechnung, nachdem die langjährige Geschäftsbeziehung mit Sony Music im letzten Jahr ein Ende gefunden hat. Und in einer solchen Situation, meint Kosta, »überlegt man es sich natürlich zweimal, wofür man Kohle verbrät«. Sparen, so wurde entschieden, kann man sich neben Flugtickets und überseestudios auch nicht eben billige US-Produzenten. Stattdessen schoben die 69ers - neben Kosta und Dennis nach wie vor bestehend aus Sänger David Readman und Gitarrist Alfred Koffler - die Regler am Mischpult selbst. Dass sich der Schritt hin zur vollkommenen Eigenverantwortung nicht nur in der Bandkasse gut macht, sondern auch bei verwöhnten Lauschern reichlich Eindruck zu schinden in der Lage ist, zeigt die erste Hörprobe im Hannoveraner Horus-Studio, wo der Endmix angefertigt wurde: Der satte Sound lässt keine Fragen offen. Wichtiger noch: Auch musikalisch weiss die neue Scheibe zu überzeugen. Zwar lässt sich darüber streiten, wie originell es ist, Queens ‘We Will Rock You’ zu covern, aber an den eigenen Songs gibt?s nichts Wesentliches zu bekritteln. In dieser Form dürfte es für die 69ers jedenfalls kein Problem sein, einen neuen Vertragspartner zu finden, der das Album wie geplant Ende März veröffentlicht. Bei Redaktionsschluss waren Verhandlungen mit mehreren interessierten Labels noch im Gange. We’ll see...

Veröffentlicht: "Rock Hard", #118
Autor: Oliver Klemm

 
 
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